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Gymnasium Freudenberg
Kantonsschule Freudenberg Zürich
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Staatsbürgerliche Projektwoche 2021: Jugendkriminalität in der Schweiz

(4.-8.10.2021)

Die von der Fachschaft Geschichte organisierte Staatsbürgerliche Projektwoche der Abschlussklassen beleuchtete in diesem Jahr das Thema «Jugend–Recht–Gesellschaft» aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Die Staatsbürgerliche Projektwoche der Kantonsschule Freudenberg («Stabü») widmete sich dieses Jahr dem Thema «Jugend–Recht–Gesellschaft». An die 70 Sechstklässer:innen erhielten durch Vorträge, Kleingruppenarbeiten und eine Politdiskussion Einblicke in die Komplexität dieser Thematik und verfassten in Gruppen Poster zu verschiedenen Unterthemen. Ab Mittwoch wurden auch fleissig Fragen für die Politdiskussion vom Donnerstag vorbereitet.

Kriminalität unter Jugendlichen

Zur Einführung hielt Prof. Dr. Dirk Baier von der ZHAW ein Referat über Jugenddelinquenz. Die Jugendkriminalitätsrate ist in den letzten Jahren angestiegen. Dies liege, so Dirk Baiers Vermutung, einerseits an der wieder steigenden Beliebtheit eines gewissen Männerideals, das sich durch Machtanspruch und Rücksichtslosigkeit «auszeichne» und in der Öffentlichkeit etwa durch Donald Trump vertreten werde, andererseits sei die Gewalt im häuslichen Rahmen immer noch sehr präsent. Kinder, die von Eltern Gewalt erleben, hätten eine grössere Tendenz, später selbst gewalttätig zu werden.

Resozialisierung von kriminellen Jugendlichen

Ein Fokus wurde auf die Resozialisierung von jugendlichen Kriminellen gelegt. Die Jugendanwältin Simone Eberle erläuterte uns die Arbeit der Jugendanwaltschaft. Diese legt einen grossen Wert darauf, Jugendliche nicht zu bestrafen, sondern möglichst gut in die Gesellschaft wiedereinzugliedern, um die Rückfallquote möglichst tief zu halten. Diesen Grundsatz unterstrichen auch Anita Guggisberg und Lukas Müller vom Massnahmenzentrum Uitikon (MZU). Im MZU werden Jugendliche und junge Erwachsene psychologisch begleitet und vorsichtig in den Alltag zurückgeführt. Im MZU können sie beispielsweise eine Lehre machen und erhalten so eine zweite Chance. Das Highlight des Vortrags, und der ganzen Stabü, waren die zwei Klienten des MZU, die ihre persönlichen Erfahrungen mit uns teilten. Sie sind beide im Prozess der Resozialisierung und können mittlerweile sogar teilzeitlich ausserhalb des MZU arbeiten und über das Wochenende nach Hause gehen. Sie sehen beide das MZU als eine grosse Chance, für die sie sehr dankbar sind. Doch mussten sie dafür auch sehr hart arbeiten und beschreiben die Zeit im MZU als härter als im Gefängnis. Alles in allem waren ihre Beiträge unglaublich eindrücklich und ermöglichten eine einzigartige Erfahrung.

Doch was ist mit den Opfern?

Im Kontrast zur Täterseite vertrat Christian Neuweiler von der Opferberatung Zürich diejenige der Opfer. Diese sind nämlich lange vernachlässigt worden, und auch heute noch wird ihnen viel weniger Beachtung geschenkt als den Tätern. Oft werden sie bei traumatischen Folgen von Gewalttaten sich selbst überlassen und vom Staat fast vergessen. Um diesen Missstand auszugleichen, ist die Opferberatung da, da sie solchen Menschen weiterhilft.

Ebenfalls lehrreiche Vorträge hielten Dr. Anna Mätzener von AlgorithmWatch Schweiz, die über die oft verkannte Bedeutung von Algorithmen referierte, und Iris Legesse von der Suchtfachstelle Zürich, die über Fragen im Umfeld der Legalisierung und Regulierung von Cannabis sprach.

Auch die Diskussion kam nicht zu kurz

Am Donnerstag fand die Politdiskussion zwischen Vertreter:innen der Juso, der Jungen Grünen, der Jungen Grünliberalen und der Jungen FDP statt. Die Diskussion verlief meist einvernehmlich, und es kam zu sehr vielen interessanten Inputs seitens der Gäste, aber auch von der Schülerschaft.

Über die ganze Woche hinweg erarbeiteten die Schüler:innen in Kleingruppen Poster zu verschiedenen Unternehmen, die sie am Freitag präsentierten. Unterbrochen wurden die Präsentationsblöcke von Thesendiskussionen. Dabei wurden Thesen, welche die Kleingruppen im Laufe der Woche formuliert hatten, vorgestellt, und ausgewählte Beispiele im Plenum diskutiert. So kamen hitzige und aufschlussreiche Streitgespräche zustande.

Alles in allem war die Stabü 2021 ein voller Erfolg und eine tolle Erfahrung.

Text: Severin Bühler und Katarina Kicinova, Klasse 6b

Eine weitere, ausführliche Dokumentation der Stabü 21 finden Schulinterne hier.

Fotos: Pressegruppe
1.
Arbeiten in Kleingruppen (im Klassenverband)
2.
Diskussion im Plenum

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